Team Ergotherapie

Schmerztherapie

Allgemeines über Schmerzen

Schmerzen können, ganz einfach ausgedrückt, als ein unangenehmes, subjektiv wahrgenommenes Gefühl beschrieben werden. Es gibt viele verschiedene Formen und Arten von Schmerzen. Doch egal, wie man Schmerzen klassifiziert, sie stellen eine individuell belastende Situation dar.

Der Weg von einem akuten zu einem chronischen Schmerz
In der Medizin werden akute und chronische Schmerzen unterschieden. Akute Schmerzen entstehen plötzlich, aufgrund eines aktuellen Geschehens und sind ein Warnsignal unseres Körpers. Beispiel: Verbrennen an einer Herdplatte. Wenn Leiden jedoch über längere Zeit bestehen und unabhängig von einer Verletzung sind, sich sozusagen verselbstständigen, spricht man von chronischen Schmerzen. Beispiel: Schmerzen lange nach Verletzung, obwohl die Struktur bereits geheilt ist.

Akute Leiden können sich nach einiger Zeit zu chronischen Schmerzen entwickeln. Der menschliche Körper speichert dann die empfundenen Schmerzen im sog. Schmerzgedächtnis ab. So können beispielsweise längst verheilte Wunden weiterhin weh tun. Dies geschieht, da die Nerven weiterhin Schmerzimpulse an das Gehirn senden, obwohl das schmerzende Geschehen bereits abgeheilt ist.

Dieses unangenehme Gefühl ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deswegen bedarf es gerade in der Schmerztherapie einen individuellen Behandlungsansatz.

 

Die ergotherapeutische Schmerztherapie

Ergotherapie ist Hilfe
Wenn Schmerzen den Klienten in seinem Lebensalltag einschränken, wird dies zu einem zentralen Thema in der Ergotherapie. Die ergotherapeutische Schmerztherapie ist eine symptombezogene Therapie in der Medizin. Das heißt, die Behandlung richtet sich individuell nach dem Befinden des Klienten. Denn wie oben beschrieben sind Schmerzen subjektiv und dementsprechend ist es zwingend notwendig, dass die Therapie ganz speziell auf den Bedürfnissen des Klienten aufbaut. Demzufolge ist die Auswahl der Behandlungsmethoden auch abhängig von dem klinischen Bild.

 

Ziele der ergotherapeutischen Schmerztherapie

  • Erlernen des Umgangs mit Schmerzen
  • Verringerung von Schmerzen
  • Schmerzlinderung
  • Desensibilisierung

 

Wichtiges!

Was muss der Ergotherapeut über meine Schmerzen wissen?

  • Wo habe ich Schmerzen?
  • Wie fühlt sich der Schmerz an?
  • Wo tritt der Schmerz auf? (Zeitlicher Verlauf der Schmerzen, Schmerzgeschichte)
  • Ist der Schmerz abhängig von bestimmten Aktivitäten?
  • Wie beeinträchtigt mich der Schmerz in meinem Alltag?

 

Methoden der ergotherapeutischen Schmerztherapie

Vielseitig in der Ausführung

  • Desensibilisierung
  • Thermische Methoden
  • Weiterbewegen im Schmerzbereich

Desensibilisierung
In unserem Körper befinden sich verschiedene Rezeptoren, die Informationen an das Gehirn melden. Beispielsweise Druckrezeptoren, Thermische Rezeptoren, Schmerzrezeptoren etc. Diese können gleichzeitig aktiv sein, jedoch nimmt das Gehirn vornehmlich die intensivsten Reize wahr und schließt andere für einen Moment aus. Durch verschiedene Methoden wird das Schmerzempfinden im Laufe der Therapie herabgesetzt. Das heißt, die Reizschwelle, bis es zum auslösenden Schmerz kommt, höher gesetzt. Dies kann durch die folgenden Methoden erzielt werden.

Thermische Methoden
Bei den thermischen Methoden handelt es sich um Kälte- und/ oder Wärmeanwendungen. Durch Reize auf der Haut des Klienten, kommt es zu einer Überlagerung der Schmerzen. Dies geschieht, da die thermischen Reize (Kälte und Wärme) den Körper von dem Schmerzgefühl ablenken. Naiv ausgedrückt könnte man sagen: Ist die Thermische Irritation groß genug, konzentriert sich der Körper auf die Temperaturwahrnehmung und die Schmerzen treten in den Hintergrund.

Schmerzlinderung durch Bewegung
In der Therapie wird die schmerzende Stelle aktiv oder passiv durch den Ergotherapeuten bewegt. Hierzu gehört auch das herantasten und weiterbewegen in den schmerzenden Bereich. Ähnlich wie bei der thermischen Methode, kommt es auch hier  zu einer Irritation des Körpers und damit zu einer Überlagerung des Schmerzes. Wenn man sich das Knie stößt, reibt man anschließend die schmerzende Stelle intuitiv. Durch das Reiben werden die Druckrezeptoren des Körpers aktiviert. Diese suggerieren dem Gehirn, dass es sich um eine Druck- und nicht um einen Schmerzimpuls handelt.