FAQ

Alles was wir anbieten auf einen Blick

Ergotherapie

Arbeitsplatzanpassung

“Den ganzen Tag hat man die Hände voll!” 
– Johann Wolfgang von Goethe

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Gesundheit am Arbeitsplatz
Arbeitszeit ist Lebenszeit, doch das wird leider häufig vergessen. Viele Menschen mit Beschwerden beißen sich durch den Arbeitsalltag und nehmen Schmerzen, beispielsweise beim Schreiben und Tippen, einfach hin. Doch auch ohne Beschwerden können kleine Änderungen den Arbeitsalltag angenehmer gestalten und für mehr Ergonomie am Arbeitsplatz sorgen.

Arbeitsplatzergonomie nach einem Unfall oder einer Erkrankung
Nach einem Unfall oder Erkrankungen kann der Berufsalltag häufig erst wieder in kleinen Schritten oder sogar gar nicht mehr wie gewohnt ausgeübt werden. Auch hierfür erhalten Sie Informationen, wie sie die Teilhabe am Berufsleben mit Einschränkung meistern und Ihren Arbeitsplatz entsprechend anpassen können.

Hilfsmittel, Kniffe und Tricks
Bei der ergotherapeutischen Arbeitsergonomie und Arbeitsplatzanpassung wird Ihr Tätigkeitsfeld genauer betrachtet und eine Bewegungsanalyse durchgeführt. In einem ausführlichen Gespräch erfährt der Ergotherapeut mehr über Ihre Situation am Arbeitsplatz und eventuelle Beschwerden. Nachdem belastende Punkte unter die Lupe genommen wurden, erarbeiten Sie mit Ihrem Therapeuten passende Lösungen. Im Laufe der Ergotherapie erhalten Sie eine Beratung über Hilfsmittel sowie Kniffe und Tricks, um Ihre Arbeitsumgebung physiologisch und arbeitnehmerfreundlich zu gestalten.

 

Vom Bäcker bis zum Zoologen

Ein Thema, das alle betrifft.
Eine bekannte Problematik bei Berufstätigen mit Büroalltag ist beispielsweise die Sehnenscheidenentzündung und das Karpaltunnelsyndrom. Doch das Thema Arbeitsergonomie betrifft nicht nur Menschen mit Bürotätigkeiten. Jede Arbeit mit wiederholenden, andauernden Tätigkeiten bringt die Gefahr einer Überlastung der Strukturen mit sich. Vom Bäcker bis zum Zoologen – In jedem Arbeitsalltag befinden sich Handlungen, welche optimiert werden können, damit sich die Arbeit schonender gestaltet.

 

Warum ist eine Arbeitsplatzanpassung sinnvoll?

  • Analyse des Tätigkeitsfeldes und Beratung durch einen Experten
  • Chancen für ein angenehmeres arbeiten sehen und nutzen
  • erleichterter Arbeitsalltag durch entlastende Hilfen
  • Kniffe und Tricks kennen lernen, um schonender zu Arbeiten
  • Verringerung von Beschwerden durch Schon- und Fehlhaltung
  • Vorbeugen von Überlastungssyndromen

 

Kombinierbar und Effektiv

Haben Sie bereits Beschwerden?
Für Klienten mit bereits bestehenden Überlastungssyndromen, lässt sich die Beratung der Arbeitsergonomie mit einer weiteren ergotherapeutischen Behandlung kombinieren. Dies ist sogar typisch. Beispielsweise ist bei Klienten mit einem Karpaltunnelsyndrom (abhängig von der Ursache) neben der Behandlung des schmerzenden Arms durch eine Handtherapie auch eine Untersuchung des Arbeitsalltags sinnvoll. Somit wird dem Schmerz auf allen Ebenen entgegengewirkt und einem erneuten Auftreten vorgebeugt.

 

Zusammengefasst

In a nutshell
Zusammenfassend ist die ergotherapeutische Arbeitsplatzanpassung eine Hilfestellung, die alle Berufstätigen in Anspruch nehmen können. Ihr Ergotherapeut hilft Ihnen beim Ausprobieren von neuen Gestaltungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz. Außerdem können Sie Hilfsmittel zur Unterstützung von Tätigkeiten in unserer Praxis testen.

Training des Alltags – klientenzentriert, ganzheitlich, ressourcen- und handlungsorientiert.
Das Alltagstraining verbindet alles, worauf in der Ergotherapie hingearbeitet wird. Im Zentrum steht die eigene Handlungskompetenz im Alltag des Klienten. Wichtige Tätigkeiten bei denen Probleme auftreten werden in der Therapie analysiert, erarbeitet und gefestigt. Der Betroffene soll seine Alltagsroutine sicher ausführen können.

Nicht selten wird in der Therapie auch zu Kochutensilien gegriffen und beispielsweise Gemüse geschält, wenn dies eine wichtige Tätigkeit für den Klienten darstellt.

ADL

ADL ist die Abkürzung für Aktivitäten des alltäglichen Lebens = Alltagstraining.

Ziele

Im Vordergrund stehen die für den Klienten wichtigen Handlungen!

  • Eigene Fähigkeiten kennenlernen und stärken
  • Erlangen von Sicherheit bei der Alltagsbewältigung
  • Analysieren von täglichen Schwierigkeiten
  • Alternativen, Lösungen und Hilfsmitteln finden
  • Hilfsmittelversorgung bei Bedarf
  • Wohnraumanpassung bei Bedarf

 

Für wen ist das Alltagstraining geeignet?

Das Alltagstraining richtet sich an alle Menschen mit Einschränkungen im alltäglichen Leben. Diese können sich aus diversen Gründen ergeben: Angeborene Erkrankungen, degenerativen Prozessen, kürzlichen Unfällen und vielen mehr. Deswegen findet sich das Training in vielen Bereichen der Medizin wieder. Beispielsweise in der Neurologie, der Orthopädie und der Traumatologie.

Beispiele für Anwendungsgebiete

  • nach einem Schlaganfall, Schädelhirntrauma
  • nach Amputation
  • nach Unfällen und Verletzungen
  • Querschnittslähmung
  • Überlastungssyndrome
  • Morbus Parkinson, ALS, MS
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • degenerative Erkrankungen
  • Formen der Demenz

Beispiele für Handlungsbereiche der Therapie

  • Persönliche Hygiene
  • An- und Auskleiden
  • Essenszubereitung
  • Nahrungsaufnahme
  • Haushaltsführung
  • Mobilität
  • Freizeitgestaltung

Routinierte Tätigkeiten, wie das schließen einer Jacke mit Reißverschluss, können für Betroffene eine kleine Herausforderung darstellen. In der Ergotherapie werden Lösungen gefunden und Alternativen mit dem Klienten erarbeitet.

Hausbesuche oder in der Praxis?

Das ergotherapeutische Alltagstraining kann in der Praxis durchgeführt werden. Hier bietet sich die Möglichkeit bestimmte Gegebenheiten nachzustellen und Schrittweise in einer neutralen Umgebung zu erarbeiten.

Ebenso ist ein Hausbesuch und das Üben in der realen Alltagshandlung möglich. Dies ist besonders ratsam, wenn die Situation nicht in der Praxis nachgestellt werden kann. Des Weiteren verhilft das Ausführen der Handlung unter realen Bedingungen dem Klienten dabei mehr Sicherheit zu gewinnen. So kann die Behandlung besonders präzise auf die Bedürfnisse des Klienten eingestellt werden. Bei Bedarf beinhaltet das Training auch den Einbezug der Angehörigen. Diese erhalten wichtige Informationen, wie sie den Betroffenen unterstützen und Hilfestellung leisten können.

Entspannung PUR

Entspannung bedeutet belastende Verkrampfungen loszuwerden und locker zu lassen. Seelische und körperliche Belastungen sorgen für innerliche Anspannung, Unruhe und körperliche Beschwerden. Im Trubel des Alltages ist es deshalb wichtig seinem Körper einen geeigneten Gegenpol zu bieten.

Um bei Kräften zu bleiben und ein ausgeglichenes Leben zu führen, ist es ratsam, eigene Wege in einen Zustand der Ruhe zu finden. Entspannungsverfahren können Ihnen dabei helfen Leichtigkeit in Ihren Alltag zu integrieren.

Unsere Ergotherapeuten legen besonderen Wert darauf, dass Sie die Entspannung nicht nur in der Therapie spüren können. Wir ermutigen unsere Klienten die erlernten Übungen in den Alltag zu integrieren, damit die Erholung nicht nur in Abhängigkeit des Therapeuten stattfindet.

 

Wann ist eine Entspannungstherapie ratsam?

  • Stress
  • Burnout
  • Schlaflosigkeit
  • Geistige Erschöpfung
  • Nervosität
  • Psychische und psychosomatische Beschwerden
  • Wunsch nach mehr Entspannung im Alltag

 

Psychosomatik

Psychosomatik beschreibt in der Medizin eine Umwandlung von psychischen Belastungen in körperliche Symptome. Ein mildes Beispiel, welches fast jeder Mensch kennt: Bei Stress verspannen sich die Muskeln häufig so stark, dass Kopfschmerzen die Folge sind.

Entspannungsübungen

Vielseitig in der Ausführung
Entspannungsübungen dienen einer Verbesserung der Eigenwahrnehmung, Stressreduktion und beugen einem Burnout vor. Sie unterscheiden sich in ihrer Dauer, Ausführung und Intensität. Manche eignen sich zur Durchführung im Sitzen, beispielsweise während einer Pause im Büro, für andere benötigt man einen ruhigen Ort und etwas mehr Zeit.

Entspannungsübungen haben einen vielseitigen Charakter. Muskeldehnungen, aber auch bewusste, aktive Muskelanspannung führt im Verlauf einer Entspannungstherapie zu einer spürbaren Lockerung des Körpers. Auch konzentrative Übungen, bei welchen das Erspüren des eigenen Körpers im Vordergrund steht, dienen der Lockerung.

 

Verschiedene Entspannungstechniken

Welche Methode passt zu mir?
Unsere Ergotherapeuten achten darauf, dass die gewählten Entspannungstechniken und Übungen zu Ihnen passen. Neben Autogenem Training nach Schultz und progressiver Muskelentspannung nach Jakobsen verwenden unsere Ergotherapeuten in der Entspannungstherapie Techniken aus dem Yoga.

 

Die Auswahl der richtigen Entspannungsmethode

Individuell und auf Sie abgestimmt
Je nach Lebensphase und Belastung benötigt der Mensch eine individuelle Methode um Wege in die Entspannung zu finden. Es gibt diverse Entspannungstechniken, doch welche letztendlich zu einem am besten passt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Am besten eignet sich das Gespräch mit Ihrem Ergotherapeuten und das Ausprobieren der verschiedenen Techniken. Sagt Ihnen ein Entspannungsverfahren besonders zu, sollte dies in den weiteren Sitzungen vertieft werden. Fühlen Sie sich beispielsweise kraftlos, ausgelaugt und schwach, so bieten sich sanfte, konzentrative Übungen an, um zur Ruhe zu finden. Sind sie hingegen aufgeladen, angespannt und gestresst vom Tag, können körperliche Übungen mit Yogaelementen lockern. Es kann sich ebenfalls eine Mischung aus den verschiedenen Verfahren als sinnvoll erweisen.

 

Autogenes Training nach J.H. Schultz

Gedankenreise
Das Autogene Training nach Johannes Heinrich Schultz ist eine Autosuggestionsmethode. Diese hat der Berliner Psychiater in den 1920er Jahren entwickelt und im weiteren Verlauf veröffentlicht.

Autosuggestion bedeutet Selbstbeeinflussung und könnte als eine Art der Selbsthypnose verstanden werden. Über positive Verbildlichung und Sätze, welche in einer Art von Formeln wiederholt werden, soll der Klient in einen Zustand der Entspannung versetzt werden. Autogenes Training wird unter Anleitung eines Therapeuten erlernt und kann, mit einiger Übung, in den Alltag integriert werden.

Der Klient begibt sich in eine bequeme Position. Unter verbaler Anleitung führt der Therapeut die Entspannungstherapie durch. Dieser wiederholt positive Bilder und Sätze. Der Klient versucht konzentriert die Worte des Therapeuten zu verinnerlichen. “Ich bin ganz ruhig, mein Atmen ist ruhig und gleichmäßig”, könnte eine verwendete Affirmation sein. Durch die mentale Visualisierung eines positiven Zustandes gelangt der Klient zu innerer Ruhe.

 

Progressive Muskelentspannung nach Jakobsen

Lockerung der Muskeln
Das Grundprinzip der Entspannungstechnik nach Jakobsen beruht auf einem Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung der Muskulatur. Eine muskuläre Lockerung entsteht als Folge der zuvor aktiv ausgeübten Muskelspannung. Häufig fällt das “Lockerlassen”, “Loslassen” im Alltag sehr schwer. Durch das bewusste Erspüren der eigenen Körperspannung, ist der Klient aktiv beteiligt. Die körperlichen Übungen wirken sich positiv auf das Autonome Nervensystem aus. Neben einer erwärmenden und lösenden Wirkung auf die Muskulatur setzt die progressive Muskelentspannung nach Jakobsen ein Gefühl von innerer Ruhe frei.

 

Atemtherapie

Therapie durch Konzentration auf die Atmung
Die Atmung spielt in der gesamten Entspannungstherapie eine wichtige Rolle. Bei vielen traditionellen Methoden, ist diese nicht wegzudenken. Zu banal, wie selbstverständlich wir ein und ausatmen. Jedoch ist eine Konzentration auf diesen Prozess gar nicht so einfach, wie man denkt.

Bei Wut verschnellert sich die Atmung und wird flach. Ist der Mensch ausgeglichen und entspannt, so atmet er ruhig und tief. Bei der Entspannungstherapie versuchen wir einen Fokus auf die Atmung zu legen und über die Konzentration ruhiger zu werden. Selbst Profis gelingt dies nicht immer, doch Übung macht den Meister.

 

Ziele der Entspannungstechniken

  • Stressreduktion
  • Verbesserung der Eigenwahrnehmung
  • Vorbeugen eines Burnout
  • Erlernen einer zu einem passenden Entspannungsmethode
  • Integration von Entspannung im Alltag

Allgemeines

Handtherapie ist ein umfassender Begriff für eine ergotherapeutische Behandlung der Hand und des Arms. Zusammengefasst wird das Gebiet als obere Extremität bezeichnet. Im Grunde drückt der Begriff aus, dass sich während der Behandlung diesem genannten Bereich gewidmet wird. Degenerative, angeborene oder traumatische Erkrankungen können einen Anlass für eine Verordnung zur Handtherapie darstellen.

 

Ziele der Handtherapie & Handrehabilitation

Die Übergeordneten Ziele dieser rehabilitierenden Therapie sind größtmögliche Beschwerdefreiheit und eine Wiederherstellung der physiologische Funktion der oberen Extremität.

Mögliche Ziele der Handtherapie

  • Frühzeitige Handrehabilitation z.B. nach Unfällen und Verletzungen
  • Schulung der Grobmotorik
  • Schulung der Feinmotorik
  • Schulung der Handkoordination
  • Schulung der Sensibilität
  • Verbesserung der Geschicklichkeit
  • Narbenbehandlung
  • Frühzeitige Aktivierung nach Ruhigstellung, z.B. nach Operationen
  • Verbesserte Koordination der oberen Extremität
  • Schmerzfreiheit
  • Bewegungsfreiheit
  • Kräftigung der Hand und des Arms
  • Überwindung alltäglicher Probleme
  • Alltagsberatung, z.B. Hilfsmittelberatung und Hilfsmittelversorgung
  • Arbeitsplatzanpassung

Eine individuelle Therapiegestaltung
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund und den Beschwerden des Klienten. Demnach kann sich diese höchst unterschiedlich gestalten. Neben einer Schulung der Fein- und Grobmotorik können beispielsweise auch kräftigende Übungen oder sogar eine Beratung zur physiologische Arbeitsplatzgestaltung integriert sein.

Beispiel: Handtherapie nach Verletzungen
Gerade nach Verletzungen und langer Ruhezeit kommt es häufig zu massiven Einschränkungen der Handmotorik. Der Handtherapeut arbeitet mit manuellen Techniken um passive Funktionsstörungen zu beheben. Wenn die Beweglichkeit im Gelenk verbessert ist, sorgen Kräftigungsübungen, Dehnungen und Lockerungen der Muskulatur für eine verbesserte aktive Beweglichkeit.

 

Mögliche Anwendungsgebiete oder Krankheitsbilder

  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Beschwerden mit den Beschwerden beim Schreiben und Tätigkeiten am Computer
  • Schwächegefühl in Hand und Arm
  • Arthrose
  • Nach Unfällen und Operationen
  • Sensibilitätsstörungen, beispielsweise nach einem Schlaganfall
  • Störungen der Grob- und Feinmotorik
  • Beschwerden mit den Fingern, Daumensattelgelenk, Handgelenk, Ellenbogen, Art

 

Motorik der Hand

Grobmotorik
Der Begriff Grobmotorik lässt sich bei genauer Betrachtung in zwei Begriffe unterteilen, “Motorik” und “grob”. Motorik beschreibt die allgemeine Bewegungsfähigkeit eines Menschen, wie beispielsweise das generelle Bewegen der Arme, Beine und des Rumpfes. Hierfür bedarf es keiner sensiblen skalierten Abstimmung des Körpers, im Gegensatz zur Feinmotorik, und wird deswegen als Grobmotorik bezeichnet.

Feinmotorik
Wie der Begriff Feinmotorik bereits beinhaltet, werden jene Bewegungen des Körper fein abgestimmt. Die Feinmotorik bezieht sich beispielsweise hauptsächlich auf Mund, Finger, und Zehen.

Grob und Feinmotorik an einem Beispiel erklärt
Bei dem Zuknöpfen einer Jacke, müssen zuerst die Arme vor den Körper geführt werden (Grobmotorik). Das anschließende Greifen des Stoffes und Zuknöpfen bedarf einer gut eingeübten Fingerbewegung und einer feinen Abstimmung der Muskulatur (Feinmotorik).

 

Hilfsmittel in der Ergotherapie (z.B. Arbeitsplatzanpassung)

Pausenlos im Einsatz
Besonders im Berufsalltag sind unsere Hände im ständigen Einsatz. “Den ganzen Tag hat man die Hände voll!”: sagte bereits Johann Wolfgang von Goethe. Häufig wiederholte Tätigkeiten können zu einer einseitigen Belastung, Fehlhaltungen und Schmerzsyndromen führen. Der Tennisarm oder das Karpaltunnelsyndrom sind Beispiele für Überlastungen der Strukturen des Arms. In der Therapie analysieren wir Ihre Arbeitsplatzsituation und Sie erhalten wertvolle Ratschläge um Fehlhaltungen vorzubeugen. Die ergotherapeutische Arbeitsplatzanpassung zeigt Alternativen auf und hilft die alltäglichen Belastungen zu reduzieren.

Allgemeines

Das Hirnleistungstraining wird durch viele Synonyme umschrieben und fällt unter den Bereich einer neurologischen Behandlung. Weitere Synonyme für Hirnleistungstraining sind Neurologische Therapie, kognitives Training, cerebrales Training oder Gedächtnistraining.

In der Therapie werden Störungen der Hirnleistung verschiedenster Ursache behandelt. Dies geschieht in einem ganzheitlichen Fokus, individuell auf den Klienten abgestimmt. Das heißt, während der Therapie werden die verschiedenen Bereiche des Gehirns abgestimmt auf die individuellen Bedürfnissen des Klienten trainiert. Des Weiteren erhalten Klienten und deren Angehörige Informationen über nützliche Übungen für zuhause.

 

Ziele des Gedächtnistraining in der Ergotherapie

Eine Schulung der kognitiven Fähigkeiten

  • Verbesserung der Konzentration
  • Förderung der kognitiven Fähigkeiten
  • Verbesserung der Merkfähigkeiten und Aufmerksamkeit
  • Steigerung der Fähigkeit zur Problemlösung
  • Förderung der eigenständigen Alltagskompetenz und Lebensführung
  • Verbesserung der Orientierung (räumlich und zeitlich)
  • Förderung einer eigenständigen Handlungsplanung, z.B. bei Apraxie nach einem Schlaganfall
  • Förderung des Gedächtnis, z.B. bei Demenziellen Erkrankungen

 

Hirnleistungstraining bei beginnender Demenz

Bei einer ergotherapeutischen Behandlung von Klienten mit Demenz wird in der Regel ein Schwerpunkt auf das klassische Gedächtnistraining gelenkt. Durch kognitive Übungen und diverse Aufgabenstellungen wird die Merkfähigkeit geschult und weitere neurologische Vorgänge gefestigt.

 

Hirnleistungstraining bei Apraxie nach einem Schlaganfall

Apraxie bezeichnet eine Störung der Handlungsplanung, z.B. nach einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung. Es bedeutet, dass der Patient Schwierigkeiten dabei hat, eine Tätigkeit in notwendige kleine Abläufe aufzuteilen und in der richtigen Reihenfolge durchzuführen. Formen der Apraxie können sich in verschiedenen Schweregraden äußern. Der Ergotherapeut passt die Behandlung auf den Schweregrad der Erkrankung an. Diese konzentriert sich auf das Erlernen der für den Klienten im Alltag wichtigen Handlungen.

 

Vom Anziehen bis zum Zähneputzen: Hirnleistungstraining in der Ergotherapie

Das ist gar nicht so einfach…
Für Außenstehende ist es oft nicht ersichtlich, dass einzelne Handlungen aus vielzähligen Einzelschritten bestehen. Diese müssen von unserem Gehirn geplant werden. An dem Beispiel Kaffee kochen wird ersichtlich, dass es nicht mit dem Einschalten der Kaffeemaschine getan ist. – Filter einlegen, Pulver hinzufügen, mit Wasser befüllen etc….

Nicht nur die einzelnen Tätigkeiten, sondern auch das Einhalten der richtigen Reihenfolge stellt eine Hürde für Klienten mit Apraxie dar.

All diese alltagsrelevanten Tätigkeiten, vom Anziehen bis zum Zähneputzen, werden von unseren Ergotherapeuten mit den Klienten erarbeitet. Auch aufmerksamkeits-, merkfähigkeits- und konzentrationsfördernde Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Hirnleistungstraining kann mit Training an Geräten verglichen werden. Je weiter das Training fortschreitet, desto schwieriger können die Übungen werden.

Allgemeines

In der ergotherapeutischen Hilfsmittelberatung und -versorgung erhalten Klienten und Angehörige wichtige Informationen rund um geeignete Hilfsmittel bis hin zur Auswahl und deren Nutzung. Durch eine Erkrankung oder nach einem Unfall sind Menschen häufig auf Hilfsmittel angewiesen. Hilfsmittel sind Gegenstände, die dem betroffenen den Alltag erleichtern sollen. Hierbei kann es sich beispielsweise um eine Anziehhilfe, Gehstützen, einen Rollator oder eine Schiene zur Entlastung des Handgelenkes handeln. Das richtige Hilfsmittel ist häufig nicht so einfach zu finden, deswegen ist eine ausführliche Beratung und individuelle Auswahl unerlässlich.

 

Bestandteile der ergotherapeutischen Hilfsmittelberatung

  • Informationen über geeignete Hilfsmittel
  • Unterstützung bei der individuellen Auswahl des passenden Hilfsmittels
  • Hilfsmittelanpassung
  • Beratung über Wohnraumanpassung, bei Bedarf
  • Schulung zum Gebrauch des Hilfsmittels
  • Alltagstraining

 

Ergotherapeutische Hilfsmittelberatung und Versorgung

Hilfe statt hilflos
Hilfsmittel sollen das Leben der Betroffenen und Angehörigen erleichtern. Doch das machen sie nicht durch ihre reine Existenz. Neben der Auswahl des individuell passenden Hilfsmittels ist auch die sichere und richtige Nutzung durch den Klienten wichtig. Denn, wenn dies nicht gegeben ist, können Hilfsmittel zu kleinen Gefahren werden.

Ein kurzes Beispiel: Gehstützen werden auf nassen, glatten Böden zu einer großen Rutschgefahr. Dies muss angesprochen werden, bevor der Klient Gefahren ausgesetzt ist.

Information, Auswahl, Anpassung und Einsatz
Ihr Ergotherapeuten Team berät Sie und Ihre Angehörigen über den Einsatz der verschiedenen Hilfsmittel, unterstützt Sie bei der Auswahl, passt dies auf Ihre individuellen Bedürfnisse an. In der Therapie begleitet Ihr Ergotherapeut Sie bei dem Erlernen des richtigen Umgangs, denn Hilfsmittel sollen sich nicht wie ein Fremdkörper anfühlen. Es soll dessen eigentlichen Sinn erfüllen – Dem Menschen im Alltag helfen! Ein natürlicher Umgang mit den alltäglichen Hilfsmitteln soll erreicht werden.

Etwas Übung macht den Hilfsmittelexperten
Bis das Hilfsmittel einen selbstverständlichen Einsatz im Alltag des Klienten findet, dauert es seine Zeit. Doch bis dahin und gerne auch darüber hinaus, steht Ihnen Ihr Ergotherapeut beratend zur Seite. Diese Unterstützung gilt auch den Angehörigen. Bei schwer betroffenen Klienten übernehmen sie häufig den Umgang mit den Hilfmittel. Eine Beratung und Schulung des sozialen Umfelds ist hier unerlässlich.

Die ergotherapeutische Kälte- und Wärmetherapie beschreibt die Behandlung von Erkrankungen mit thermischen Reizen. Sie wird häufig als vorbereitende Therapie oder zum Ausklang der Behandlung verwendet. Bei Sensibilitätsstörungen nimmt sie jedoch eine zentrale Rolle ein.

Die Akzeptanz von Temperaturreizen ist bei jedem Menschen individuell. Deswegen ist es wichtig, dass der Klient zusammen mit dem Ergotherapeuten die passende Anwendungsform findet.

 

Wirkungsbeispiele der Therapie

Die Wirkung ist häufig abhängig von der Anwendungsform. Bei der Anwendung ist immer zu beachten, um welche Art von Beschwerden es sich bei dem Klienten handelt.

Das Besondere ist, dass die Kälte- oder Wärmeanwendung gleiche sowie unterschiedliche Wirkungen erzielen kann.

Wärme

  • Schmerzlinderung
  • Förderung der Durchblutung
  • Stoffwechselanregung
  • Lockerung der Muskulatur

Kälte

  • Schmerzlinderung
  • Schwellungsreduktion
  • Steigerung der Spannung im Gewebe und der Muskulatur
  • Schulung der Sensibilität

 

Anwendungsgebiete der Kälte- und Wärmetherapie

Wärme

  • Schmerzen des Bewegungsapparates: Beispielsweise bei Arthrose, Morbus Bechterew (je nach Stadium)
  • Muskelverspannungen
  • Muskelverkürzungen
  • chronische Überlastungssyndrome
  • Sensibilitätsstörungen

Kälte

  • Schwellungen nach Unfällen, Verletzungen und Operationen
  • akute rheumatische Schübe
  • Lähmungen (Anwendung richtet sich nach Art der Lähmung)
  • Sensibilitätsstörungen

 

Beispiele für Anwendungsarten

Beispiele für Anwendungsarten der Wärmetherapie

  • Fangopackung
  • Sandbox
  • Paraffin-Packungen oder -Bäder
  • feuchtheiße Kompressen
  • Heiße Rolle
  • Infrarot Licht

Beispiele für Anwendungsarten der Kältetherapie

  • Eisteilbäder (Fuß- oder Armwannen)
  • Eisabreibung (Eismassage)
  • Eislolli

 

Thermotherapie bei Sensibilitätsstörung

Mit Kälte gegen Sensibilitätsstörungen
Sensibilitätsstörungen sind sehr unangenehm und werden individuell wahrgenommen. Sie können sich unter anderem als Kribbeln, Brennen, Ziehen oder Taubheitsgefühl in dem betroffenen Körperteil äußern. Neben weiteren Therapiemaßnahmen gehört die Eistherapie zu einer zentralen Methode bei der Behandlung von Sensibilitätsstörungen. Sie verringert die Symptome und fördert Schritt für Schritt die Wahrnehmung des Patienten.

Die Kälteanwendung überlagert das unangenehme Gefühl und die Reizwahrnehmung nimmt ab. Im Laufe der Ergotherapie wird die Sensibilität weiter geschult und der Körper lernt Hautreize neu einzuordnen.

Entwicklungsförderung
Die Ergotherapie für Kinder und Jugendliche konzentriert sich auf die motorische und kognitive Entwicklungsförderung. Es werden beispielsweise motorische und koordinative Defizite, sowie Schwierigkeiten in der Wahrnehmung behandelt.

Ziel ist es, eine größtmögliche Selbständigkeit und die damit verbundene Schulfähigkeit herzustellen. Die Einbeziehung der Umwelt spielt hierbei eine wichtige Rolle (Familie, Kitas, Schulen, Vereine…).

In einem ausführlichen Erstgespräch mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen wird die Vorgeschichte Ihres Kindes besprochen. Auch Wünsche und Ängste haben hier einen Platz! Damit die Sorge um das Kind einen Therapieerfolg nicht hemmt, ist es wichtig, dass Eltern zu einem eigenen Experten werden. Dabei unterstützen wir Sie natürlich.

 

Unsere Behandlungsgebiete

  • Verhaltensstörungen
  • Sensorische Integrationsstörung
  • Aufmerksamkeitsdefizit- und Konzentrationsstörungen, wie beispielsweise ADS und ADHS
  • Lernstörungen
  • Störung der Motorik und Koordination
  • Geistige, körperliche und seelische Entwicklungsverzögerung

 

Therapie oder Spieltherapie?

Spielerisch fördern
Von außen betrachtet könnte man die ergotherapeutische Behandlung auch als Spieltherapie bezeichnen. In der Ergotherapie werden die Kinder spielerisch, in einem angenehmen und positiven Umfeld gefördert. Damit Ihr Kind mit Freude an der Therapie teilnimmt, stehen die Interessen der kleinen Klienten im Mittelpunkt.

 

Behandlungskonzept der Ergotherapie

  • Psychosoziale Therapie
  • Sensomotorisch perzeptives Training
  • Sensorische Integrationstherapie
  • Beratung der Eltern und Bezugspersonen
  • Hirnleistungstraining
  • Konzentrationstraining
  • Verhaltensmodifikation

Je nach Erscheinungsbild des Kindes können verschiedene ergotherapeutische Therapiekonzepte zum Einsatz kommen.

 

physioup – Ein Interdisziplinäres Team

Alles unter einem Dach
Bei der Behandlung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen ist häufig eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche ratsam (Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Ärzte und Krankenhäuser). Eine versäumte Entwicklungsförderung kann große Auswirkungen auf das spätere Leben des kleinen Klienten haben. Da gerade Kinder in kürzester Zeit große Entwicklungsschritte machen, sollte man die Chance nutzen und sie bei Bedarf auf jeder Ebene fördern.

physioup ist interdisziplinäres Team, dass sich auf die Behandlung von Säuglingen und Kindern spezialisiert hat. Im Fokus unserer Arbeit steht die ganzheitliche Entwicklungsförderung unserer kleinen Klienten. Dabei gehen wir individuell auf die Interessen der Kinder ein, um die Behandlung spannend zu gestalten.

Hausbesuch, Kita und Co. oder in unserer Praxis?
Eine Therapie ist wahlweise als Hausbesuch, Kita und Co. oder in unserer Praxis möglich. Diese bietet Parkmöglichkeiten und ist barrierefrei erreichbar. Hausbesuche beschränken sich nicht auf Ihr Zuhause. Die Therapie kann bei geeigneten Bedingungen Räumlichkeiten auch in Kitas und Schulen durchgeführt werden.

Allgemeines

“Hilfe zur Selbsthilfe”
In der Psychosozialen Therapie werden Störungsbilder der sozioemotionalen und psychosozialen Fähigkeiten behandelt. Sie konzentriert sich hierbei auf die “Hilfe zur Selbsthilfe” und richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Vordergrund der Behandlung steht das stärken des Klienten zur Bewältigung dessen Alltagsschwierigkeiten aus eigener Kraft heraus.

Die Therapie wird auch als psychisch funktionelle Therapie bezeichnet.

Anwendungsgebiete

  • Psychiatrie
  • Psychosomatik
  • Geriatrie
  • Psychosoziale Störungen
  • Kommunikationsstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Störung des Selbstwertgefühls
  • Angststörungen
  • Panikattacken
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Depressionen
  • Neurosen
  • Schizophrenie
  • Essstörungen
  • Drogen- und Alkoholsucht
  • Entwicklungsstörungen (z.B. frühkindlicher Autismus)

 

Mögliche Ziele der Therapie

Das Ziel der Behandlung ist bemessen an den Wünschen und Bedürfnissen des Klienten. Es ist daher individuell, ebenso wie die Behandlung.

  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Verbesserung der Realitätsbezogenheit
  • Verbessern von situationsgerechten und sozialen Verhaltensweisen
  • Erlernen von individuellen Lösungen zur Alltagsbewältigung
  • Minderung und Beseitigung von Ängsten
  • Verbesserung der eigenständigen Lebensführung und Arbeitsgestaltung

 

Therapiebeispiele

Alltagsstrukturierung
Menschen, die unter einer Panikstörung oder ähnlichem leiden, sind oftmals stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Natürliche Situationen können bereits ein warnendes Alarmsignal des Körpers, wie zittern, schwitzen u.s.s und Panik auslösen. Je nach Ursache für den Auslöser des Alarmsignales in ihrem Körper, können übliche Tätigkeiten zum puren Stress werden. Dies betrifft bei schweren Ausprägungen häufig nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Familie und Angehörige. In der Therapie kann beispielsweise eine Alltagsstrukturierung eine Hilfestellung für den Klienten sein. Geordnete Abläufe bringen Klarheit in den Alltag und helfen dabei diesen eigenständig zu meistern.

Wegetraining bei Panikattacken
In der Ergotherapie wird die belastende Situation langsam und behutsam erarbeitet. Im späteren Verlauf der kann die Situation auch unter realen Bedingungen mit Unterstützung des Therapeuten umgesetzt werden. Hierzu zählt beispielsweise ein begleitetes Wegetraining – dies ist die Hilfe zur Bewältigung von Wegen.

Durch die Übungen und erlernten Techniken kann das Alarmsignal des Körpers immer besser von dem Klienten kontrolliert werden, bis dieser, die vorher schwierige Situation, selbstständig meistert.

Die ausdruckszentrierte Methode
Bei der ausdruckszentrierten Methode wird mit verschiedenen Therapiematerialien gearbeitet. Als Handwerksmaterialien können beispielsweise Ton, Korb und Malerei eingesetzt. Es geht darum, dass der Klient durch Konzentration auf eine gestalterische Tätigkeit seine eigenen Fähigkeiten besser erfährt.

Diese Behandlung wird häufig mit weiteren Therapien kombiniert, z.B. mit einer Psychotherapie oder weiteren ergotherapeutischen Behandlungen.

Allgemeines über Schmerzen

Schmerzen können, ganz einfach ausgedrückt, als ein unangenehmes, subjektiv wahrgenommenes Gefühl beschrieben werden. Es gibt viele verschiedene Formen und Arten von Schmerzen. Doch egal, wie man Schmerzen klassifiziert, sie stellen eine individuell belastende Situation dar.

Der Weg von einem akuten zu einem chronischen Schmerz
In der Medizin werden akute und chronische Schmerzen unterschieden. Akute Schmerzen entstehen plötzlich, aufgrund eines aktuellen Geschehens und sind ein Warnsignal unseres Körpers. Beispiel: Verbrennen an einer Herdplatte. Wenn Leiden jedoch über längere Zeit bestehen und unabhängig von einer Verletzung sind, sich sozusagen verselbstständigen, spricht man von chronischen Schmerzen. Beispiel: Schmerzen lange nach Verletzung, obwohl die Struktur bereits geheilt ist.

Akute Leiden können sich nach einiger Zeit zu chronischen Schmerzen entwickeln. Der menschliche Körper speichert dann die empfundenen Schmerzen im sog. Schmerzgedächtnis ab. So können beispielsweise längst verheilte Wunden weiterhin weh tun. Dies geschieht, da die Nerven weiterhin Schmerzimpulse an das Gehirn senden, obwohl das schmerzende Geschehen bereits abgeheilt ist.

Dieses unangenehme Gefühl ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deswegen bedarf es gerade in der Schmerztherapie einen individuellen Behandlungsansatz.

 

Die ergotherapeutische Schmerztherapie

Ergotherapie ist Hilfe
Wenn Schmerzen den Klienten in seinem Lebensalltag einschränken, wird dies zu einem zentralen Thema in der Ergotherapie. Die ergotherapeutische Schmerztherapie ist eine symptombezogene Therapie in der Medizin. Das heißt, die Behandlung richtet sich individuell nach dem Befinden des Klienten. Denn wie oben beschrieben sind Schmerzen subjektiv und dementsprechend ist es zwingend notwendig, dass die Therapie ganz speziell auf den Bedürfnissen des Klienten aufbaut. Demzufolge ist die Auswahl der Behandlungsmethoden auch abhängig von dem klinischen Bild.

 

Ziele der ergotherapeutischen Schmerztherapie

  • Erlernen des Umgangs mit Schmerzen
  • Verringerung von Schmerzen
  • Schmerzlinderung
  • Desensibilisierung

 

Wichtiges!

Was muss der Ergotherapeut über meine Schmerzen wissen?

  • Wo habe ich Schmerzen?
  • Wie fühlt sich der Schmerz an?
  • Wo tritt der Schmerz auf? (Zeitlicher Verlauf der Schmerzen, Schmerzgeschichte)
  • Ist der Schmerz abhängig von bestimmten Aktivitäten?
  • Wie beeinträchtigt mich der Schmerz in meinem Alltag?

 

Methoden der ergotherapeutischen Schmerztherapie

Vielseitig in der Ausführung

  • Desensibilisierung
  • Thermische Methoden
  • Weiterbewegen im Schmerzbereich

Desensibilisierung
In unserem Körper befinden sich verschiedene Rezeptoren, die Informationen an das Gehirn melden. Beispielsweise Druckrezeptoren, Thermische Rezeptoren, Schmerzrezeptoren etc. Diese können gleichzeitig aktiv sein, jedoch nimmt das Gehirn vornehmlich die intensivsten Reize wahr und schließt andere für einen Moment aus. Durch verschiedene Methoden wird das Schmerzempfinden im Laufe der Therapie herabgesetzt. Das heißt, die Reizschwelle, bis es zum auslösenden Schmerz kommt, höher gesetzt. Dies kann durch die folgenden Methoden erzielt werden.

Thermische Methoden
Bei den thermischen Methoden handelt es sich um Kälte- und/ oder Wärmeanwendungen. Durch Reize auf der Haut des Klienten, kommt es zu einer Überlagerung der Schmerzen. Dies geschieht, da die thermischen Reize (Kälte und Wärme) den Körper von dem Schmerzgefühl ablenken. Naiv ausgedrückt könnte man sagen: Ist die Thermische Irritation groß genug, konzentriert sich der Körper auf die Temperaturwahrnehmung und die Schmerzen treten in den Hintergrund.

Schmerzlinderung durch Bewegung
In der Therapie wird die schmerzende Stelle aktiv oder passiv durch den Ergotherapeuten bewegt. Hierzu gehört auch das herantasten und weiterbewegen in den schmerzenden Bereich. Ähnlich wie bei der thermischen Methode, kommt es auch hier  zu einer Irritation des Körpers und damit zu einer Überlagerung des Schmerzes. Wenn man sich das Knie stößt, reibt man anschließend die schmerzende Stelle intuitiv. Durch das Reiben werden die Druckrezeptoren des Körpers aktiviert. Diese suggerieren dem Gehirn, dass es sich um eine Druck- und nicht um einen Schmerzimpuls handelt.

Die Arbeit mit den Sinnen
Das Wahrnehmungstraining in der Ergotherapie schult die Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen. Mit unseren Sinnen nehmen wir Reize aus unserem Körper und unserer Umwelt wahr und verarbeiten diese in unserem Gehirn.

Funktioniert das Zusammenspiel unserer Sinne nicht, so wird das Empfinden gegenüber sich selbst und der Umwelt gestört. Diese Verzerrung kann beispielsweise zu Problemen im Sozial-, Bewegungs- und Lernverhalten führen. Vor allem bei Kindern kann eine veränderte Wahrnehmung zu prägenden Entwicklungsproblemen führen. Diese sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das Wahrnehmungstraining richtet sich an Menschen jeden Alters. In der Ergotherapie wird die Sinneswahrnehmung individuell verbessert und geschult.

Wahrnehmungstraining wird auch als Sensomotorisch-perzeptive Behandlung bezeichnet.

Unsere 6 Sinne

  • Sehen
  • Hören
  • Riechen
  • Schmecken
  • Fühlen (aufgeteilt Oberflächenwahrnehmung und Tiefenwahrnehmung)
  • Gleichgewichtssinn

 

Das Fühlen

Oberflächen und Tiefenwahrnehmung
Das Fühlen als Sinneswahrnehmung unterscheidet zwischen der Oberflächen- und Tiefensensibilität.

Oberflächensensibilität
Die Oberflächensensibilität wird von unserer Haut wahrgenommen und erfasst Sinneseindrücke wie Druck, Berührung, Vibration, Temperatur und Schmerz. Krabbelt beispielsweise im Sommer ein Marienkäfer über unsere Hand, so fühlen wir dies mit unserem Sinnesorgan Haut und der Oberflächensensibilität.

Tiefensensibilität
Die Tiefensensibilität, auch propriozeptive Wahrnehmung genannt, beschreibt die Sinnesaufnahme von Reizen aus unserem Inneren. Muskeln, Gelenke und Sehnen geben dem Gehirn regelmäßig Informationen über:

  • die Lage des Körpers im Raum,
  • die Richtung einer ausgeführten Bewegung
  • und den Widerstand der auf den Körper wirkt.

Durch diese Fähigkeiten können wir den benötigten Krafteinsatz beispielsweise beim Anheben verschiedener Gewichte beurteilen und optimal dosieren.

Mögliche Übungen zur Schulung der Tiefensensibilität (Durchführung mit verschlossenen Augen):

  • Mit verschlossenen Augen erraten welche Flasche voller und damit schwerer ist.
  • Die Lage des Arms benennen, nachdem dieser vom Therapeuten bewegt wurde und im zweiten Schritt den anderen Arm selbständig in die gleiche Position bewegen.

 

Ziele des Wahrnehmungstraining

  • Verbesserung der Sinnes- und Körperwahrnehmung
  • Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung
  • Verbesserung von körperlichen Funktionen, wie Fein- und Grobmotorik
  • Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Verbesserung der Realitätsbezogenheit
  • Schulung der sozioemotionalen Fähigkeiten
  • Verbesserung der Interaktionsfähigkeit
  • Stabilisierung der psychischen Einstellung

 

Anwendungsgebiete

  • Neurologie
  • Psychosomatik
  • Geriatrie
  • Pädiatrie

 

Beispiele für das Wahrnehmungstraining

Sensibilitätsschulung
Verschiedene Ursachen können zu Sensibilitätsstörungen führen, wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, Unfälle oder neurologische Erkrankungen.

Bei der Sensibilitätsschulung wird mit vielfältigen Materialien gearbeitet. Raue, weiche, harte, warme und kühle Reize kommen zum Einsatz. Der Klient soll sich während der Behandlung auf das Erspüren der Materialien konzentrieren. Diese Übung kann mit offenen und geschlossenen Augen durchgeführt werden. Auch blindes ertasten von Gegenständen schult die Sensibilität.

Neglect Training
Als Neglect bezeichnet man die Wahrnehmungsstörung einer Körperhälfte nach einer Schädigung des Gehirns. Diese äußert sich als nicht oder schlechtes Wahrnehmen der Körperhälfte, welche sich gegenüberliegend der betroffenen Hirnhälfte befindet. der Neglect kann sich auch als Missachten eines bis aller Sinnesreize der betroffenen Seite äußern.

In der Ergotherapie wird die Wahrnehmung der vernachlässigten Körperhälfte geschult und darauf geachtet, dass der Klient diese im Alltag nach seinen Möglichkeiten mit einbezieht.